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Alltag
MONDZIRKEL
Ort: Thalassyr
Die Mondzirkel gehören zu den mächtigsten und zugleich verborgensten Organisationen Thalassyrs. Nach außen existieren sie kaum mehr als Gerüchte, doch in Wahrheit durchziehen ihre Netzwerke nahezu jede Ebene der Gesellschaft. Mitglieder stammen meist aus alten Adelsfamilien, den Reihen der Orakel oder dem Kreis einflussreicher Informationshändler. Ihr Einfluss basiert nicht auf offener Herrschaft, sondern auf Wissen über die verborgensten Ängste, Geheimnisse und Schwächen anderer Menschen.
Die Mondzirkel kontrollieren Politik durch subtile Manipulation. Visionen werden gezielt interpretiert oder verschwiegen, emotionale Bindungen ausgenutzt und belastende Geheimnisse gesammelt. Viele Herrscher Thalassyrs glauben, frei zu handeln, ohne zu erkennen, dass ihre Entscheidungen längst von den Zirkeln vorbereitet wurden. Niemand weiß mit Sicherheit, wie viele Zirkel tatsächlich existieren oder wer ihre höchsten Anführer sind. Manche behaupten sogar, einzelne Familienlinien würden seit Jahrhunderten unbemerkt von denselben verborgenen Mächten gelenkt.
HÜTER DES FUNDAMENTS
Ort: Valtherion
Die Hüter des Fundaments sind eine extrem konservative religiös-politische Bewegung aus Valtherion. Sie verstehen sich als wahre Bewahrer des „Ewigen Fundaments“ und glauben, dass jede gesellschaftliche Rolle bereits durch die Sterne vorherbestimmt wurde. Für sie bedeutet Stabilität göttliche Ordnung, während Wandel als Gefahr für das kosmische Gleichgewicht gilt.
Besonders fanatisch verfolgen die Hüter sogenannte Sternenbrecher, die sie als „kosmische Krankheit“ betrachten. Ihrer Überzeugung nach bedrohen diese nicht nur die Gesellschaft, sondern die Struktur der Realität selbst. Über Generationen hinweg haben die Hüter großen Einfluss auf Politik, Bildung und Militär gewonnen. Viele Richter, Lehrer oder Offiziere gehören heimlich ihren Reihen an. Nach außen wirken sie wie fromme Gelehrte und Astrologen, doch hinter den Mauern ihrer Tempel diskutieren sie offen darüber, ob Freiheit überhaupt mit der Ordnung der Sterne vereinbar sein kann.
DAS OFFENE NETZ
Ort: Aeralis
Das Offene Netz ist eine radikale Bewegung aus Aeralis, die aus Philosophen, Hackern von Informationsstrukturen, Luftmagiern und politischen Aktivisten besteht. Ihre Mitglieder glauben, dass Wissen niemals kontrolliert werden darf und jede Form von Regierung letztlich zur Unterdrückung führt. Grenzen, Nationen und selbst feste Identitäten betrachten sie als künstliche Konstrukte, die den freien Fluss von Gedanken verhindern.
Das Netz organisiert sich nicht hierarchisch, sondern über lose verbundene Kommunikationszellen. Dadurch ist es nahezu unmöglich, die Bewegung vollständig zu zerschlagen. Manche sehen im Offenen Netz visionäre Idealisten, die eine freie Welt ohne Unterdrückung erschaffen wollen. Andere halten sie für gefährliche Extremisten, da sie regelmäßig geheime Archive veröffentlichen, staatliche Informationssysteme sabotieren oder Identitäten aus offiziellen Registern löschen. Besonders gefürchtet sind ihre sogenannten „Stimmenstürme“ – koordinierte Informationsangriffe, die ganze Städte politisch destabilisieren können.
DER SCHWARZKOMPASS
Ort: Aeralis
Die Schwarzkompasse sind ein legendäres Schmugglernetzwerk, das illegale Reisen durch astrale Strömungen ermöglicht. Sie transportieren Flüchtlinge, Sternenbrecher, verbotene Magie und gestohlene Sternenartefakte zwischen den Reichen, ohne dabei offizielle Handelswege zu nutzen. Ihre Schiffe und Luftfahrzeuge tauchen scheinbar aus dem Nichts auf und verschwinden ebenso schnell wieder.
Das Besondere an den Schwarzkompassen sind ihre Navigatoren. Diese besitzen keine gewöhnlichen Karten, sondern tragen sämtliche Routen ausschließlich im Gedächtnis. Viele dieser Wege verändern sich ständig, da astrale Strömungen instabil und gefährlich sind. Außenstehende glauben oft, die Navigatoren würden mit den Sternen selbst kommunizieren. Wer versucht, eine ihrer Routen gewaltsam zu erzwingen oder aufzuzeichnen, verschwindet meist spurlos.
DIE NAMENLOSEN
Ort: Die Mitte
Die Namenlosen sind eine geheimnisvolle Untergrundorganisation aus Sternenbrechern, Flüchtlingen, ehemaligen Akademiestudenten und Menschen, die ihre alte Identität vollständig abgelegt haben. Wer sich ihnen anschließt, gibt nicht nur seinen Namen auf, sondern auch seine astrologische Zugehörigkeit, familiäre Herkunft und frühere Loyalitäten. Viele Mitglieder entfernen sogar persönliche Erinnerungen oder astrologische Siegel, um für die Systeme der Welt „unsichtbar“ zu werden.
Die Gruppe existiert hauptsächlich im Schatten der Mitte und besitzt zahlreiche versteckte Zufluchtsorte. Niemand weiß, wie groß ihr Netzwerk tatsächlich ist oder wer sie finanziert. Manche Gerüchte behaupten sogar, die Namenlosen hätten Wege gefunden, ihre Verbindung zu den Sternen selbst zu durchtrennen. Begegnungen mit ihnen wirken oft verstörend, da viele Mitglieder kaum noch emotionale Regungen zeigen und beinahe wie Menschen erscheinen, die sich langsam von ihrer eigenen Realität lösen.
DIE GLASBIBLIOTHEK
Ort: Weltweit
Die Glasbibliothek ist eine neutrale, beinahe mythische Gemeinschaft von Erinnerungssammlern. Anders als gewöhnliche Historiker bewahren ihre Mitglieder Wissen nicht in Büchern, sondern in magischen Glasfragmenten, die Erinnerungen, Stimmen und Emotionen speichern können. In diesen Fragmenten befinden sich letzte Worte Sterbender, ausgelöschte Identitäten, verbotene Geschichte und Erinnerungen an Ereignisse, die offiziell niemals stattgefunden haben.
Die Sammler der Glasbibliothek reisen durch alle Reiche und handeln selten im Interesse einzelner Nationen. Viele betrachten sie als Bewahrer der Wahrheit, andere fürchten sie zutiefst. Manche Glasfragmente enthalten so intensive Erinnerungen, dass Menschen beim Betrachten den Verstand verlieren oder beginnen, fremde Persönlichkeiten in sich wahrzunehmen. Besonders gefährlich sind Fragmente sogenannter „gebrochener Erinnerungen“, deren Inhalte Realität und Wahnsinn miteinander vermischen.
DIE SÄNGER DES MONDWASSERS
Ort: Thalassyr
Die Sänger des Mondwassers sind mystische Wanderpriester aus Thalassyr, die durch Küstenstädte, Sümpfe und Inselregionen reisen. Ihre Gesänge gelten nicht nur als Musik, sondern als Form spiritueller Magie. Mit ihren Stimmen können sie Emotionen beeinflussen, Schmerzen lindern oder Visionen hervorrufen. Viele Menschen suchen ihre Zeremonien auf, um Trost, Heilung oder Antworten aus der Vergangenheit zu erhalten.
Besonders unheimlich sind die Legenden über ihre sogenannten Erinnerungslieder. Man erzählt sich, manche Gesänge würden die Stimmen Verstorbener enthalten oder Erinnerungen längst vergessener Menschen in sich tragen. Während ihrer nächtlichen Rituale versammeln sich Zuhörer schweigend am Wasser, während die Sänger melancholische Melodien anstimmen, die angeblich selbst die Grenze zwischen Leben und Tod berühren können.
DIE ERBEN DES ERSTEN STERNS
Ort: Weltweit
Die Erben des Ersten Sterns sind eine uralte und hochgefährliche Geheimgesellschaft, deren Ursprung bis vor die Entstehung der heutigen Sternenreiche zurückreichen soll. Ihre Mitglieder behaupten, dass die zwölf Häuser niemals natürlich entstanden seien, sondern künstlich erschaffene Systeme zur Kontrolle der Menschheit darstellen. Ihrer Überzeugung nach existierte vor den bekannten Sternzeichen eine ältere kosmische Ordnung, die aus der Geschichte gelöscht wurde.
Die Erben suchen nach verlorenen Fragmenten dieser ursprünglichen Wahrheit in vergessenen Ruinen, verbotenen Archiven und astralen Anomalien. Viele halten sie für Wahnsinnige oder Verschwörungstheoretiker. Doch einige Gelehrte fürchten, dass ihre Theorien wahr sein könnten. Falls die Häuser tatsächlich künstlich erschaffen wurden, würde dies die gesamte religiöse, politische und magische Ordnung der Welt infrage stellen.
DIE KINDER DER ERSTEN FLAMME
Ort: Solastris
Die Kinder der Ersten Flamme gehören zu den fanatischsten und gefürchtetsten Kulten innerhalb Solastris’. Ihre Glaubenslehre basiert auf der Überzeugung, dass die Menschheit ursprünglich aus göttlichem Feuer erschaffen wurde und nur durch Schmerz, Kampf und Opfer ihre wahre Reinheit zurückerlangen kann. Feuer gilt ihnen nicht als zerstörerische Kraft, sondern als heilige Prüfung, die Schwäche verbrennt und den Geist läutert.
Die Mitglieder des Kultes sind leicht an ihrem verstörenden Erscheinungsbild zu erkennen. Viele tragen großflächige Brandnarben oder glühende Tätowierungen, die durch ritualisierte Feuermagie dauerhaft in die Haut eingebrannt wurden. Besonders ranghohe Anhänger versiegeln Teile ihrer Rüstungen direkt mit dem Körper, sodass Metall und Fleisch miteinander verschmelzen. Diese Verschmelzung gilt als Zeichen absoluter Hingabe an die Flamme.
Die Priester des Kultes treiben diese Ideologie oft bis zur Selbstverstümmelung. Manche verbrennen absichtlich Teile ihres Körpers oder entfernen Gliedmaßen, um sich symbolisch von menschlicher Schwäche zu lösen und der Sonne „näher“ zu kommen. Schmerz wird dabei nicht als Leid verstanden, sondern als spirituelle Erhebung. Wer keine Narben trägt oder Angst vor Feuer zeigt, gilt in ihren Augen als unrein und innerlich schwach.
Innerhalb Solastris’ besitzen die Kinder der Ersten Flamme einen zwiespältigen Ruf. Einige verehren sie als heilige Krieger und Verkörperung wahrer Stärke, während andere sie als gefährliche Fanatiker betrachten, die den Kult der Ewigen Flamme in religiösen Extremismus verwandelt haben.
DIE HIMMELSFÜRSTEN
Ort: Solastris
Die Himmelsfürsten sind die legendären Elitereiter Solastris’ und zählen zu den angesehensten Kriegerkasten der bekannten Welt. Ihre Mitglieder stammen fast ausschließlich aus uralten Blutlinien, die seit Generationen mit Drachen verbunden sind. Innerhalb der Gesellschaft genießen sie beinahe göttlichen Status.
Die Beziehung zwischen Reiter und Drache unterscheidet sich grundlegend von gewöhnlicher Zähmung. Drachen werden nicht unterworfen oder trainiert, sondern durch reine Dominanz gebunden. Dieser Prozess gilt als extrem gefährlich und endet häufig tödlich. Während der sogenannten Bindungsrituale werden junge Anwärter gezwungen, einem ausgewachsenen Drachen direkt gegenüberzutreten und dessen Willen zu brechen, ohne dabei ihre eigene Angst zu zeigen. Wer dabei zögert oder Schwäche offenbart, wird meist verbrannt oder zerrissen.
Wenn die Himmelsfürsten in den Himmel aufsteigen, gilt dies vielen Bewohnern Solastris’ als Zeichen göttlicher Macht. Ihre Ankunft entscheidet häufig ganze Schlachten, noch bevor der eigentliche Kampf begonnen hat.